Private Architektur · Wohnen

Wohnarchitektur
in Stuttgart.

Von Hans Scharouns Romeo und Julia bis zum QUANT am Killesberg: Stuttgarts private Wohnarchitektur verbindet Hanglage, Weitblick und gestalterischen Anspruch – auf engstem städtischen Raum.

Dokumentierte Wohngebäude

Wohnen mit Anspruch.

1927 · Killesberg

Weissenhofsiedlung

Mies van der Rohe (Ltg.) · Le Corbusier, Gropius, Scharoun, Oud u. a.

Das bedeutendste private Wohnbauprojekt der Architekturgeschichte in Stuttgart: 21 Häuser mit 60 Wohnungen, entworfen von 17 europäischen Architekten als gelebtes Manifest des modernen Wohnens. Die Bauherren waren private Investoren und Mieter, nicht die öffentliche Hand – Flachdach, freier Grundriss, Fensterbänder als Wohnangebot für den modernen Großstadtmenschen. Le Corbusiers zwei Häuser sind seit 2016 UNESCO-Weltkulturerbe.

WohnsiedlungUNESCOMies · Le Corbusier
1954–59 · Zuffenhausen

Hochhäuser Romeo und Julia

Hans Scharoun, Berlin

Hans Scharoun – einer der Mitarchitekten der Weissenhofsiedlung – schuf mit dem ungleichen Hochhaus-Duo Romeo und Julia einen Meilenstein des sozialen Wohnungsbaus. Die organischen Grundrisse ohne Schematik, die Ausrichtung der Wohnungen auf Aussicht und Besonnung: Scharoun verstand Wohnen als gesellschaftliche Aufgabe. Die zwei privat finanzierten Wohnhochhäuser gelten bis heute als architektonisches Statement.

WohnhochhausScharounOrganisch
1970er · Möhringen

Wohnanlage Asemwald

Hansjörg Göritz, Stuttgart

Die Wohnanlage Asemwald in Stuttgart-Möhringen ist eine der außergewöhnlichsten Wohnanlagen Deutschlands: Drei scheibenartige Hochhäuser von je 27 Geschossen, miteinander verbunden durch Brücken und eine gemeinsame Infrastruktur mit Kindergarten, Arztpraxen, Gastronomie und eigenem Busanschluss. Eine Stadt in der Stadt – privat finanziert und bewirtschaftet, mit rund 1.500 Bewohnern eine der dichtesten Wohnanlagen Baden-Württembergs.

WohnhochhausWohnanlageMöhringen
2008 · Killesberg

QUANT

Wilford Schupp Architekten, Stuttgart

Aus einem sterilen Laborgebäude aus den 1950er Jahren wurde ein strahlend weißes Wohnhaus mit 28 hochpreisigen Eigentumswohnungen. Wilford Schupp ließen sich von Stuttgarts Kunstgeschichte inspirieren: Farben und Materialien der Eingangshallen orientieren sich an den Stuttgarter Künstlern Oskar Schlemmer, Willi Baumeister und Adolf Hölzel. Aus schmalen Bürozellen wurden luftdurchspülte Lofts von 95 bis 220 m². Der Name erinnert an Max Planck – das Gebäude stand früher im Dienst der Quantenphysik.

WohnhochhausWilford SchuppKonversionKillesberg
ab 2005 · Killesberg

Killesberghöhe

David Chipperfield Architects · Baumschlager Eberle · Wulf Architekten u. a.

Das exklusive Wohnquartier am Killesberg entstand auf dem Gelände der ehemaligen Stuttgarter Messe nach deren Umzug auf die Fildern 2009. Eine Reihe namhafter Büros realisierte unterschiedliche Wohnhaustypen auf dem prominenten Stadtgelände. David Chipperfields Bau setzt mit seiner tektonischen Strenge ein stilistisches Gegengewicht zur organischen Hangtopographie. Das Quartier gilt als Stuttgarts ambitioniertestes privates Wohnbauprojekt der 2000er Jahre.

WohnquartierChipperfieldBaumschlager EberleKillesberg
2017 · Europaviertel

Cloud No. 7 – Wohnhochhaus

Behnisch Architekten, Stuttgart

Das Hochhaus „Wolke Sieben" im Europaviertel enthält in seinen 18 Stockwerken Luxuswohnungen und das Hotel Jaz Stuttgart. Die private Nutzung auf prominentestem Stadtgrundstück – unmittelbar neben der Stadtbibliothek auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände – zeigt, wie die Transformation des Europaviertels private Wohnbauinvestoren anzieht. Behnisch Architekten setzen das Hochhaus in bewusstem Maßstabsdialog zur benachbarten Stadtbibliothek.

WohnhochhausBehnischEuropaviertel
2010 · Killesberg

Aktivhaus B10

Werner Sobek, Stuttgart

Das Aktivhaus B10 auf der Killesberghöhe ist das bekannteste private Demonstrations-Wohngebäude der Stuttgarter Nachhaltigkeitsarchitektur: Ein Einfamilienhaus, das doppelt so viel Energie produziert, wie es verbraucht. Entwickelt vom Stuttgarter Ingenieur-Architekten Werner Sobek als Forschungsobjekt und Wohnhaus zugleich, ist B10 ein konsequentes Argument dafür, dass Plusenergie-Wohnen keine futuristische Utopie ist.

EinfamilienhausWerner SobekPlusenergieKillesberg
2019 · Bad Cannstatt

Stadtquartier P18

AllesWirdGut Architektur ZT GmbH, Wien / München

Das neue Stadtquartier P18 in Stuttgart-Bad Cannstatt gilt als Leuchtturmprojekt für ressourcenschonendes und energieeffizientes Wohnbauen. In kürzester Zeit entstand hier ein gemischtes Quartier aus Wohnungen, Gewerbe und öffentlichen Flächen, das als Vorbild für den dringend notwendigen Paradigmenwechsel im privaten Wohnungsbau diskutiert wird. Das Projekt verbindet hohe Dichte mit Aufenthaltsqualität.

WohnquartierBad CannstattRessourcenschonend

Der Killesberg als Stuttgarter Wohnlabor

Der Killesberg ist das architektonische Wohnexperimentierfeld Stuttgarts. Weissenhofsiedlung, QUANT, Aktivhaus B10, Killesberghöhe – vier Epochen privaten Wohnens auf engem Raum. Kein anderes Stuttgarter Stadtgebiet bündelt so viele architektonisch bedeutsame Wohngebäude unterschiedlicher Epochen.

1927: Weissenhof

Manifest des modernen Wohnens – 17 Architekten, 21 Häuser, heute UNESCO.

2008: QUANT

Konversion: Laborgebäude wird hochpreisiges Wohnhaus. Wilford Schupp.

2010: B10

Plusenergiehaus als privates Forschungsobjekt. Werner Sobek.

ab 2005: Killesberghöhe

Wohnquartier mit Chipperfield, Baumschlager Eberle, Wulf Architekten.

Wohnlage

Teuerste Wohnlage Stuttgarts: Übergang Innenstadt / Killesbergpark.

Architekturdichte

Mehr bedeutende Wohnbauten auf einem Hügel als in ganzen Stadtteilen anderer Städte.

AZ/Architekturzeitung

Redaktioneller
Kontakt.

Kontakt aufnehmen