Private Architektur · Büro & Handel

Bürotürme & Handels-
häuser Stuttgart.

Von Paul Bonatz' Tagblatt-Turm 1928 bis zur grünen Calwer Passage 2022: Stuttgarts Büro- und Handelshäuser als Spiegel von Wirtschaft, Architektur und stadtbaulicher Ambition.

Dokumentierte Bauten

Büro & Handel –
prominente Bauten.

2004 · Europaviertel

LBBW-Zentrale am Pariser Platz

Wöhr Mieslinger Architekten, Stuttgart

Der Hauptsitz der Landesbank Baden-Württemberg am Pariser Platz im Europaviertel ist mit rund 79 Metern Höhe das aktuell höchste Hochhaus Stuttgarts. Das Gebäudeensemble aus zwei Flachbauten und dem gläsernen City-Tower wurde zwischen 2001 und 2004 errichtet. Rund 1.500 LBBW-Mitarbeiter arbeiten in den Gebäuden. Die Doppelfassade aus Glas prägt den Auftritt des Europaviertels am Pariser Platz und setzte beim Bau neue Standards für Energieeffizienz in Hochhäusern.

HochhausBankgebäudeEuropaviertel79 m
2017 · Stadtmitte

Dorotheen Quartier (Breuninger)

Behnisch Architekten, Stuttgart

Für das Traditionsunternehmen Breuninger schufen Behnisch Architekten ein gemischt genutztes Stadtquartier im Kern der Stuttgarter Innenstadt. Drei Neubauten mit Büros, Gastronomie, Läden und Wohnungen unter einer gläsernen Dachlandschaft als expliziter „fünfter Fassade" – begründet durch die Kessellage der Stadt, von der aus man die Dächer von den Hängen herab wahrnimmt. Die Kalksteinfassade mit blausilbern bedruckten Glasdachgeschossen schimmert je nach Licht unterschiedlich.

Handel & WohnenBehnischBreuningerGlasdach
1928 · Stadtmitte

Tagblatt-Turm

Ernst Otto Oßwald, Stuttgart

Das erste Stahlbetonhochhaus Deutschlands – und weltweit das erste Hochhaus in Sichtbeton – entstand als privates Verlagsgebäude der Zeitung „Stuttgarter Tagblatt". Der 18-stöckige Turm ist Stuttgarts ältester Wolkenkratzer und eines der wichtigsten Zeugnisse des Neuen Bauens. Seine markante Leuchtschrift und kubische Strenge sind bis heute prägend. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird als Bürohaus genutzt.

HochhausBüroNeues BauenDenkmal
2009 · Stadtmitte

Z-UP

Prof. Wolfgang Kergaßner, Stuttgart

Das Büro- und Wohngebäude verdankt seinen Namen seinem Z-förmigen Grundriss, der auf die Stuttgarter Straßenführung reagiert. Die runden Ecken der breiten, weißen Fensterrahmen kontrastieren mit dem schwarzen Hintergrund – eine unverwechselbare Fassadenkomposition in der Stuttgarter Innenstadt. Das UP im Namen symbolisiert die exponierte Hanglage mit Blick auf die Stadt. Unter anderem war der Reader's Digest Verlag hier ansässig.

Büro & WohnenKergaßnerZ-Grundriss
2001 · Stadtmitte

Bosch Areal – Glasdach

Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart

Das private Industrieareal der Robert Bosch GmbH neben der Liederhalle wurde mit einem spektakulären Glasdach aus 1.000 Einzelscheiben überspannt. Die historischen Fabrikgebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert – mit Art-Déco-Fassaden und Klinkerelementen – erhielten damit eine neue innerstädtische Qualität. Das Werk der Stuttgarter Ingenieurbüros Schlaich, Bergermann und Partner steht exemplarisch für die Verbindung von Konstruktionskultur und Bauerbe.

Büro & GewerbeSchlaich BergermannBoschGlasdach
2013 · Stadtmitte

K32 – Büro- und Hotelgebäude

LRO – Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart

Das markante Büro- und Hotelgebäude in der Kriegsbergstraße 32 vom Stuttgarter Büro LRO zeigt, wie innerstädtische Lückenschließung mit architektonischem Anspruch gelingt. LRO favorisierten Weiterbauen statt Abriss: Das K32 ist prägnant ohne Spektakel, stärkt das Stadtbild ohne es zu übertrumpfen. Das Gebäude beherbergt unter anderem Hotelnutzungen und Büroflächen.

Büro & HotelLROKriegsbergstraße
2011 · Herdweg

Bürogebäude blocher partners

blocher partners, Stuttgart

Das Stuttgarter Architekturbüro blocher partners war beim Bau seiner neuen Zentrale gleichzeitig Architekt und Bauherr. Das Ergebnis: ein Bürogebäude in innerstadtnaher Hanglage, das mit Sichtbetonoberflächen, Betonkernaktivierung über 35 Erdbohrungen und einer Wärmepumpe konsequent ökologisch gebaut wurde. Die DGNB Gold-Vorzertifizierung belegt den Anspruch. Ein seltenes Beispiel für ein Architekturbüro als überzeugter eigener Auftraggeber.

Büroblocher partnersDGNB GoldNachhaltigkeit
2014 · Europaviertel

Milaneo

RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, Düsseldorf

Mit rund 200 Geschäften auf mehreren Ebenen ist das Milaneo das größte Einkaufszentrum Stuttgarts. Es entstand auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs als Teil des Europaviertels – einem der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekte Deutschlands. Das Milaneo ist Teil eines privat finanzierten Quartiers, das die Stuttgarter Bahnhofsumgebung im Zuge von Stuttgart 21 transformiert.

HandelEuropaviertelStuttgart 21
2021 · Vaihingen

OWP 12 – Drees & Sommer Zentrale

Blocher Partners, Stuttgart

Die neue Firmenzentrale des Beratungsunternehmens Drees & Sommer in Stuttgart-Vaihingen ist ein konsequentes Plusenergiegebäude: Erdwärme- und Luftwärmepumpen kombiniert mit Photovoltaik auf Dach und Fassade machen das Gebäude zum Energieerzeuger. Cradle-to-Cradle-Konzeption, Grünfassade an der Nordseite und ein integriertes Mobilitätskonzept machen das Haus zu einem Demonstrationsobjekt nachhaltiger Unternehmensarchitektur.

BüroPlusenergiehausVaihingenCradle to Cradle

Hintergrund

Büroarchitektur Stuttgart –
was sie prägt.

Stuttgart hat mehr Architekten pro Einwohner als jede andere deutsche Stadt. Diese Dichte hat das private Bauen geprägt: Selbst Bürogebäude und Handelshäuser werden hier mit einem architektonischen Anspruch realisiert, der andernorts die Ausnahme ist. Blocher Partners, LRO, Behnisch, Ingenhoven – renommierte Büros, die in Stuttgart verwurzelt sind und von hier aus international arbeiten.

Die Calwer Passage von 2022 steht exemplarisch für einen Wandel: Das private Bauen in Stuttgart ist nicht mehr nur auf repräsentative Außenwirkung ausgerichtet, sondern integriert Klimaanpassung, Biodiversität und Energieeffizienz als architektonische Gestaltungsparameter. Supergreen statt Klimaanlage – das ist nicht nur ökologisch, sondern auch ästhetisch eine Position.

AZ/Architekturzeitung

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